Montag, 9. März 2015

Diabetes-Messe Münster 2015

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Hallo ihr Lieben:)

Gestern waren mein Freund und ich mit dem Zentrum für jugendliche Diabetiker auf der Diabetes Messe in Münster..

Wir waren leider ziemlich enttäuscht. Stände zum Heilen der Augen mithilfe der Kraft des Geistes, überteuerte Brillenputzmittel, Glückstüten mit Windeln für Erwachsene und kleinen roten Pillen und vollkommen überteuerte Hba1c (5 Euro) und Blutfettwertmessungen (10 Euro) waren vertreten.
wir haben uns tatsächlich mehrmals gefragt, was das denn jetzt mit Diabetes zu tun hat.
Natürlich waren auch richtige Firmen wie Bayer, Medtronic, Abott und Beurer vertreten, wobei auch hier wichtige Größen wie Roche und Co. vermisst wurden.
Wir hatten jedoch immerhin die Möglichkeit, die neue Pumpe von Medtronic in den Händen halten und uns alles technische erklären zu lassen.
Auch bei Beurer haben wir einige Zeit verbracht und waren wirklich perplex, dass mittlerweile sogar Waagen und Blutdruckmessgeräte via Bluetooth mit dem Handy vernetzt werden. Zusätzlich hatten wir ein interessantes Gespräch über das ActivityGuard und das neue Blutzuckermessgerät.
Da wir erst relativ spät vor Ort waren, haben wir die für uns interessanten Vorträge leider verpasst. Insgesamt klangen die jedoch leider sehr nach Typ 2 Diabetes. Viel Ernährung, viel Bewegung und medizinische Fortschritte, um den Diabetes durch OPs zu heilen.

Einen Vortrag haben wir dann aber doch besuchen können: "Danke Diabetes!" von Anja Renfordt.
Sie war wieder mit ihrem Diabetikerwarnhund Candy vor Ort und hat über sich und ihre Karriere, ihre ersten Erfahrungen mit dem Diabetes und der Versorgung durch Ärzte, aber vor allem über ihre Motivation erzählt. Es war wieder interessant und unterhaltsam:)
Und auch Candy war von Frauchen begeistert: Sie blieb stets an Anjas Seite und hat sich während des gesamten Vortrags super gemacht!

Insgesamt war die Messe recht schwach, sodass wir sie (vor allem bei den hohen Eintrittspreisen) wohl kein zweites Mal besuchen werden.

Kennt ihr bessere Messen?

Liebe Grüße
Caro

Sonntag, 8. März 2015

Medtronic: Die neue Pumpe ist da!

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Hallo ihr Lieben!

Ich komme grad von der Diabetes Messe in Münster und bringe tolle Neuigkeiten mit:
Morgen kommt offiziell die neue Pumpe von Medtronic, die MiniMed 640G auf den Markt!
Ich hatte die Möglichkeit, sie mal in der Hand zu halten, ein bisschen rumzuspielen und mir alles technische erklären zu lassen.
Soviel vorweg: Sie hat einen wirklich guten Eindruck bei mir hinterlassen:)

Und dann komm ich auch direkt mal zu den Einzelheiten:

Die Pumpe ist im Vergleich zur Paradigm Veo (3mL Reservoir) minimal dicker und schwerer, dafür etwas kürzer und irgendwie kompakter in der Hand.
Sie wurde mit einem angenehm großen Farbdisplay ausgestattet, das durch gute Kontraste und schöne Farbdarstellungen Freude macht.
Die Bedienung ist gewohnt selbsterklärend, ich persönlich finde sie sogar einfacher als bei der Veo oder beim Omnipod.
Die Tasten sind ausreichend groß, lassen sich leicht drücken und sind diesmal auch für Linkshänder geeignet (ich bin zwar selbst Rechtshänder, stell es mir aber irgendwie schwierig vor, die Tasten der Veo mit links zu bedienen).
Außerdem ist die MiniMed 640G wasserfest, nicht nur spritzwassergeschützt. Beim nächsten versehentlichen Baden in der Toilette kann also gar nichts mehr passieren;)
Natürlich besitzt sie auch wieder einen Bolusrechner, ist über CarLink auslesbar und verfügt über mehrere Ereignismarker, wie z.B. BZ, Injektion, Nahrung und Bewegung.
Bei der neuen Pumpe kann man außerdem das Tempo einstellen, mit dem der Bolus abgegeben wird.
Momentan gibt es die Pumpe nur in schwarz, allerdings wurden direkt farbige Aufkleber, Täschchen und Silikonhüllen mit erstellt- z.B. eine totsüße Lenny-Silikon-Schutzhülle, die nicht nur Kindern gut gefallen wird:)
Die MiniMed 640G kommuniziert auch wieder mit dem Enlite-Sensor, allerdings wurden extra Sensoren für diese Pumpe entwickelt, sodass die alten nicht für die 640G genutzt werden können.
Was mir auch besonders gut gefallen hat, ist das neue Bayermessgerät, das mit der Pumpe kommuniziert. Denn endlich kann man auch über das Messgerät den Bolus steuern! Man braucht also nicht noch eine extra Fernbedienung im Täschchen rumfliegen zu haben, denn jetzt sind Messgerät und Fernbedienung eins:) Grade für uns Frauen, die die Pumpe auch mal an Stellen tragen, an denen man nicht so leicht herankommt ein tolles Feature!

Ich bin bis jetzt ganz begeistert von der Pumpe und würde sie jederzeit Probetragen wollen.
Mal schauen, wie sie sich im Praxistest machen wird;)

Habt ihr die neue Pumpe schon gesehen? Was sagt ihr zu ihr?

Viele liebe Grüße
Eure Caro

Samstag, 7. Februar 2015

Bewerbungsgespräch mit dem Monster...

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Hi ihr Lieben!:) Nach langer Zeit wieder was Neues von mir;)

In letzter Zeit ist viel passiert: Ich bin (vorübergehend) umgezogen, hab meinen absoluten Traum-Ausbildungsplatz ergattert und ein Praktikum im Krankenhaus begonnen.

Um meinen Wunschplatz zu bekommen, musste ich natürlich ein Bewerbungsgespräch durchlaufen. Und da ich mich natürlich nicht nur auf diesen einen Platz verlassen wollte, hatte ich nicht nur EIN sondern drei Gespräche- und stand jedes Mal vor der gleichen Überlegung:

Sollte ich sagen, dass ich Diabetiker bin?!

In den einschlägigen Social-Media-Gruppen stößt man immer wieder auf diese Frage und immer wieder scheiden sich die Geister.
Ich persönlich fand es nie eine gute Idee, es direkt beim Bewerbungsgespräch zu sagen, da wir auch sonst oft mit Vorurteilen zu kämpfen haben und ein chronisch kranker eventuell höhere "Risiken" für den Arbeitgeber birgt, als ein vollkommen gesunder.
Ich hab oft mit meinem Freund und meiner Familie darüber gesprochen, die alle der Meinung waren, ich könne es ruhig angeben.
Dann haben wir es jedoch mal ausprobiert: Im Mini-Rollenspiel haben wir versucht, einen Ansatz zu finden, dem potentiellen neuen Chef gut mitteilen zu können, dass man Diabetiker ist- ohne sich dabei selbst durch unglückliche Bemerkungen selbst ins Aus zu befördern:

  • "Ach übrigens, ich bin Typ 1 Diabetiker!"
  • "Eine meiner Stärken ist mein Verantwortungsbewusstsein, das habe ich auch durch den Umgang mit meinem Diabetes erlernt."
  • "Ja, ich bin schwerbehindert, weil ich Diabetiker bin."
Und so weiter und so fort. Für mich klang das alles nicht wirklich gut und auch meine Diskussions-Partner mussten zugeben, dass es schwieriger war, als sie Anfangs dachten. Denn grade, wenn man sich nicht sicher ist, ob der Gegenüber WIRKLICH weiß, was Typ 1 Diabetes bedeutet (und wer, außer ein Betroffener weiß das schon hundertprozentig? ;) ) fängt man doch recht schnell an, sich in Sätze zu verrennen, die nach "Rechtfertigungen" klingen, wie z.B.:

Ich habe Diabetes aber...
  • bin gut eingestellt.
  • war deshalb noch nie krank.
  • komme gut mit der Krankheit zurecht.
und und und... Doch egal wie gut eins dieser Argumente auch klingen mag, irgendwie hatten sie immer den bitteren Beigeschmack einer "Rechtfertigung" für mich.
Ich bin bei Weitem niemand, der sich für seine Krankheit schämt, sich deshalb versteckt oder jemals Ablehnung erfahren hat- doch vielleicht grade wegen Letzterem habe ich mich dazu entschieden, meine Zukunft nicht zu riskieren, indem ich meinen Diabetes angebe. Denn auch das hört man immer wieder: Das Bewerber aufgrund ihrer Erkrankung nicht eingestellt wurden.

So habe ich es also in zwei der drei Gespräche gehandhabt. Es gab keine Fragen in Bezug auf meine Gesundheit (die ja eh unzulässig sind), ich bin aber auch von mir aus nicht darauf eingegangen. In beiden Fällen habe ich ein Ausbildungsplatzangebot erhalten.

Jetzt zum vielleicht interessanteren Teil: Bei meinem dritten Bewerbungsgespräch war ich schon etwas entspannter. Es war eine größere Runde mit Bewerbern, die Schulleitung, die das Gespräch geführt hat überaus freundlich und dem Klinikum, an dem die Ausbildung stattfindet, ist die größte Diabetesambulanz Deutschlands für Kinder und Jugendliche angeschlossen.
Während der Vorstellungsrunde wurde auch gefragt, in welchen speziellen Bereich man den später mit der Ausbildung gehen wolle. "Meine Chance!", dachte ich und habe mich spontan dazu entschlossen, einmal auszuprobieren, wie ein Bewerbungsmanagement auf einen Diabetiker reagiert.
Von der Reaktion war ich äußerst positiv überrascht.
Ich sagte also (wahrheitsgemäß), dass mich der Bereich Diabetologie sehr interessiert und ich mir sehr gut vorstellen könnte, dort später zu arbeiten. Sie fragten, ob ich in meinem näheren Umfeld Diabetiker hätte, also antwortete ich: "Ich bin selbst Diabetiker", und hielt den Atem an.
Ich hätte mit so ziemlich allem gerechnet. Einem stummen nicken. Einem profanen "Okay". Jedoch nicht mit dem Auflachen der Schulleitung, während sie grinsend sagte: "Ich glaube wir haben mittlerweile in so ziemlich jeder Klasse einen Diabetiker. Sagen Sie, kennen Sie den Herrn Prof. Dr. Danne?" Und so kamen wir tatsächlich etwas ins Plaudern.
Die Plätze für diesen Ausbildungsgang waren sehr begrenzt und tatsächlich flatterte ein paar Wochen später ein Brief mit einem Ausbildungsplatzangebot ins Haus.

In diesem speziellen Fall konnte ich also wirklich keine negativen Erfahrungen machen, den Diabetes im Bewerbungsgespräch anzugeben. Trotzdem habe ich es im darauf folgenden Gespräch wieder gelassen.
Für mich muss einfach der Rahmen stimmen und mein Gefühl muss ebenfalls "Ja" sagen.
Denn eigentlich sehe ich auch einfach keinen Grund, zu sagen, dass ich Diabetiker bin, da ich mich weder besonders eingeschränkt fühle, noch irgendwelche "Extrawürste" bekommen möchte.
Wenn ihr es jedoch gern hättet, dass euer zukünftiger Chef es direkt weiß, dann solltet ihr nach einer guten Formulierung suchen, die dieses Gefühl, ihr würdet euch für eure Krankheit "rechtfertigen" nicht aufkommen lässt.

Letztendlich wird euer Arbeitgeber es vermutlich früher oder später eh bemerken.
Das finde ich auch sehr wichtig. Eure Umgebung sollte darüber Bescheid wissen, dass ihr Diabetiker seid. Denn falls ihr doch irgendwann in die unangenehme Situation kommen solltet, dass ihr an eurem Arbeitsplatz ein unfreiwilliges Nickerchen macht, ist es grade für die Notfallsanis gut zu wissen, dass ihr Diabetiker seid um euch damit schnellstmöglich optimal versorgen zu können.


Was für Erfahrungen habt ihr denn im Bewerbungsgespräch/am Arbeitsplatz gemacht?

Über eure Berichte freut sich wie immer eure

Caro