Sonntag, 3. April 2016

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Tame the Monster ist zu Zuckerleben geworden! Besucht Janis und mich auf www.zuckerleben.de :)

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Diabetes Typ YOU- 11 Fragen über deinen Diabetes!

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Diabetes Typ YOU-
Eine tolle Aktion von Sassi (www.diafeelings.com) und Marcel (www.ishinne-diabetes.de) -
11 Fragen zu deinem Diabetes...und heute bin ich dran!:)


#Diabetes TypYOU-

Das sind wir, du und ich...

#1 Wie alt bist du und wie lange hast du Diabetes?

Ich bin 20 Jahre alt und habe seit 5 Jahren Diabetes. Ich erschrecke mich immer wieder wie kurz diese Zeit eigentlich war- es fühlt sich an als wäre ich schon ewig "dabei"!

#2 Pen'ste noch oder Pump'ste schon?

Ich bin absolut glücklicher Pumpi! Während meiner dreijährigen Pen'ner Zeit habe ich mich mit Händen und Füßen gegen eine Pumpe gewehrt. Dann fiel mir der Omnipod in die Hände- ich war begeistert! Kurze Zeit später klebte er mir mit Dauergenehmigung der Krankenkasse am Arm ;)
Leider war das Glück von kurzer Dauer- verschiedene Probleme und ein erstes Kennenlernen der Veo überzeugten mich. Seit ein paar Monaten trage ich nun die 640G von Medtronic und möchte nie nie nie mehr ohne meinen kleinen Kumpel!!!:)

#3 Was ist dein schönstes Diabetes-Erlebnis und wie beschreibt sich deine schlimmste Erinnerung?

Mein schönstes Erlebnis... Das war wohl das Kennenlernen meines jetzigen Partners. Denn ohne den Diabetes wären wir uns vermutlich nie über den Weg gelaufen...
Jetzt leben wir seit fast 1,5 Jahren in einer glücklichen, "süßen" Beziehung!
Meine schlimmste Erinnerung verbinde ich gleichzeitig mit einer der schönsten Zeit meines Lebens:
Meinen Work&Travel Aufenthalt in Irland... Dort unterzuckerte ich mitten in der Pampa, ohne Traubenzucker oder andere BEs auf einen Wert von 23 mg/dl mit weiteren 1,5 Stunden Fußmarsch in Aussicht- ich hoffte inständig nicht umzukippen. Damals hatte ich wirklich Panik!

#4 Misst du oder scannst du?

Ich bin überzeugter Messer- oder zählt das CGMS auch als Scan?;)
Denn diesen Luxus würde ich am liebsten nie wieder missen müssen!
Das CGM hat mein Leben verändert.

#5 Dein Liebster Hypohelfer

Kleine Saftpäckchen oder Fruchtmus! Vor allem das Mus kriegt man dank Schraubverschluss schnell auf und kann es prima schlucken:) An Traubenzucker scheitere ich spätestens beim Versuch, ihn zu kauen- wenn ich bis dahin nicht ohnehin geflohen bin ;)

#6 Tagebuch schreiben, in einer App dokumentieren oder "Fuck Off"?

Fuck off! Dank CGM- Übersicht und genereller Pumpenauswertung spare ich mir das Tagebuchschreiben. Auch so habe ich einen tollen Überblick und mit den kleinen Extras, die man in der Pumpe markieren kann (Sport, Spritzen, etc.) weiß ich auch später noch, was da grade los war!

#7 Familie nervend oder unterstützend?

Unterstützend! In meiner Anfangsphase haben sie mich manchmal echt in den Wahnsinn getrieben- natürlich aus purer Sorge. Heute lachen wir darüber und der Spruch "Du musst deine Werte in den Griff kriegen!" ist ein Running-Gag geworden! :D

#8 Warum bloggst du oder liest du Diabetes-Blogs?

Ich schreibe gern, ich lerne gern neue Leute kennen, ich beschäftige mich (so seltsam das klingen mag) gerne mit meinem Diabetes und meinem Körper.
Wie könnte ich das alles besser verbinden, als durch's bloggen?
Außerdem hilft es mir immer wieder zu sehen, dass andere die gleichen Probleme haben und nicht selten habe ich ein ""Aha!"- Erlebnis, das ich dann auf meine eigene Therapie anwenden kann.

#9 Diabetes als Sportbremse?

Ganz ehrlich? Manchmal schon... Schon beim Gedanken ans Training und die nicht kontrollierbaren An-oder Abstiege des BZs demotivieren mich. Grade im Jazztraining, wo wir wöchentlich für Wettkämpfe trainieren, bekomme ich den Diabetes zu spüren: Bei Drehungen kippe ich zur Seite, Sprünge fallen statt elfengleich eher mehlsackartig aus und ein Blick auf die Pumpe bestätigt mir: "Ja, auch die Muskelschmerzen kommen von dem 300er Wert!".
Das demotiviert manchmal sehr! 

#10 Wie offensiv gehst du mit deinem Diabetes um?

Sehr! Komische Blicke und dumme Sprüche waren mir von Anfang an egal. Auch heute freue ich mich eher über Fragen und bin immer bereit, aufzuklären. Allerdings schränkt mich da mittlerweile das ganze Wissen an, das ich in den letzten Jahren angesammelt habe- manchmal weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll!
Im Sommer den Katheter (früher den Pod) offen am Oberarm zu tragen, jetzt die Pumpe in knallbunte Silikonhüllen verpackt an die Hose zu klippen oder Diabetes-Tshirts zu tragen ist für mich selbstverständlich- denn es bereichert und versüßt mein Diabetes-Leben!

#11 Wenn du einen Wunsch frei hättest...

Würde ich mir wünschen, dass wegen Diabetes niemand mehr sterben muss!
Durch Aufklärung, Technik, Forschung, Prävention und vor allem gute Schulungen könnte dieses Ziel irgendwann erreicht werden- und dann wäre vielen Menschen weltweit geholfen.


Jetzt bin ich am Ende der kleinen Fragestunde, bedanke mich herzlich bei Annika (www.die-welt-mit-diabetes.blogspot.com) für die Nominierung und nominiere auf diesem Wege gleich Lea (www.insulea.de).

Mittwoch, 14. Oktober 2015

Zukunftsmusik- Diabetes im Jahr 2025 #DBW2015

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Selbstfahrende Elektroautos, implantierte Handys und Hilfsroboter:
So oder so Ähnlich stelle ich mir die Welt in 10 Jahren vor...
Doch was wird sich bis dahin wohl im Bereich Diabetes getan haben? Heilung? Nein! Das glaube ich wirklich nicht. Ich glaube nicht einmal, dass es nicht möglich sein könnte, sondern dass es schlichtweg in Deutschland an Gesetzen und den langen bürokratischen Wegen liegt, wenn die Heilung auch im Jahr 2025 noch auf sich warten lässt. Ich glaube eher an einen Fortschritt in der Therapie und der Prävention: Verbindliche Früherkennungsprogramme für Kinder, vielleicht sogar eine Impfung gegen die gefährliche Immunreaktion. Ich glaube an eine schnelle Weiterentwicklung unserer jetzigen Systeme hin zum Closed Loop, an eine noch einfachere Blutzucker oder Gewebsmessung und eine lückenlose, automatische Kommunikation zwischen allen Geräten und dem Diabetologen.
Doch vor allem glaube und hoffe ich auf eins: Dass Diabetes Typ 1 jedem ein Begriff ist, dass Diagnosen dadurch schneller gestellt werden können und so solch tragische Fälle wie der von Kycie Terry ("Kisses for Kycie") verhindert werden.
Wie stellt ihr euch das Jahr 2025 in Bezug auf den Diabetes vor?
Liebe Grüße,
Eure Caro diabetes-blog-woche

Sonntag, 12. Juli 2015

Schwerbehindertenausweis-Widerspruch

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Hallo ihr Lieben!

Wie viele von euch habe auch ich mich dazu entschlossen, einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen.
Mit einem GdB (Grad der Behinderung) von mindestens 50 gilt man bereits als schwerbehindert, ab einem GdB von 30 kann man sich einem schwerbehinderten Menschen gleichstellen lassen.
Ich persönlich möchte die Möglichkeit haben, die Vorteile eines Schwerbehindertenausweises für mich zu nutzen.
Dazu zählen Steuererleichterungen, 5 zusätzliche Urlaubstage, erhöhter Kündigungsschutz, eventuelle Bevorzugung bei Bewerbungen im Öffentlichen Dienst und diverse Vergünstigungen bei kulturellen Angeboten.
Mit einem Merkzeichen wie "H" für Hilflos oder "G" wie Gehbehindert können weitere Vorteile hinzukommen.


Nach langem Überlegen haben für mich schließlich die Vorteile die Nachteile ausgestochen. Im November letzten Jahres habe ich deshalb einen Antrag auf Schwerbehinderung gestellt. In Niedersachsen geht das relativ schnell und simpel über ein Onlineformular. Nach kurzer Zeit bekommt man dieses dann mit weiteren Unterlagen zugeschickt und muss es unterschrieben an die jeweilige Behörde zurücksenden.
Online kann man dann jederzeit den Stand seines Antrages abrufen. So weit so gut.
Nachdem mein alter Diabetologe sich stur gestellt hat und schlichtweg jede Anfrage der Behörde und meinerseits geflissentlich über Monate hinweg ignoriert hat, kam die gesamte Beantragung natürlich ins Stocken. Ich erhielt einen regelrecht verzweifelten Brief meiner Sachbearbeiterin, die mich darum bat, noch einmal mit meinem Diabetologen zu sprechen- und so den Vorgang endlich voranzutreiben. Denn ohne Dokumente vom Arzt geht nichts!
Schwups, wechselte ich (wegen einiger Probleme) den Diabetologen und plötzlich ging alles ganz schnell.
Der Antrag ging zum Ärztlichen Gutachter und mitten im Umzug flatterte mir dann der ersehnte Bescheid ins Haus...
Wie sollte es anders sein war er natürlich nicht zufriedenstellend. Mir wurde ein GdB von 40 bescheinigt und damit der Status eines Schwerbehinderten nicht anerkannt- während Janis für seinen Diabetes von der gleichen Stelle einen GdB von 50 zugesprochen bekam.
Für mich hieß das jetzt: Widerspruch einlegen!
Ein GdB von 40 reicht mir nicht aus... Also lege ich Widerspruch ein!
Nur wie?!
Im Internet fand ich viele nützliche Tipps und Tricks und orientierte mich letztendlich sehr an einer Broschüre von DiabetesDE, die viele Informationen bereithielt.
Zusammengefasst lässt sich vor allem eines sagen:
Erschlagt eure Behörde mit Informationen!
Nach mehreren Urteilen ist es nun nicht mehr so einfach als Diabetiker einen GdB von 50 zu bekommen. Alleine eine Therapie von mindestens vier Insulininjektionen und selbstständigen BZ-Messens sowie eigener Anpassung der Insulindosen reicht allgemein nicht mehr aus. Stattdessen muss man "gravierende Einschnitte in die Lebensführung" vorweisen.


Auf gut Deutsch heißt das: Listet alles auf, was euch auch nur irgendwie im Alltag oder (wie es im bürokratendeutsch so wundervoll heißt) "an der Teilhabe im gesellschaftlichen Leben" einschränkt.
Ich habe dabei die Checklisten der Broschüre abgearbeitet:
1. Therapieaufwand: Zeitaufwand für Spritzen, Essen, Messen, Essensvorbereitung, Korrekturen, Arztbesuche (!) und die Vorbereitung alltägliche Aktivitäten
2. Körperliche und Psychische Belastungen: Kopfschmerzen, Magenbeschwerden, Unwohlsein, Antriebslosigkeit, Depressive Verstimmungen, Gereiztheit, Schlaflosigkeit (hier kann auch nächtliches Messen genannt werden), Konzentrationsschwächen und und und.. - letztendlich könnt ihr alles aufzählen, was euch von einem Gesunden unterscheidet. Mir ist dabei aufgefallen, wie einschränkend die Auswirkungen von Hypos und Hypers manchmal tatsächlich sein können. Besser man denkt nicht zu viel darüber nach ;)
3. Einschränkung der Alltagsgestaltung: Schlechte Hypowahrnehmung ist hier neben häufige Schwankungen das Zauberwort. Beschreibt, dass sportliche Aktivitäten kaum oder gar nicht ausgeübt werden können (ohne erheblichen Mehraufwand), an kulturellen Aktivitäten nur eingeschränkt teilgenommen werden kann usw. ... Auch hier gilt: Ihr müsst nichts erfinden- aber haben wir nicht alle schon mal einen Schwimmbadbesuch wegen plötzlichen Ketonen abgebrochen oder ein Treffen verschoben, weil uns die nächtliche Hypo jegliche Kraft und Lust geraubt hat?
4. Nutzt die Schlagwörter!: Einschränkung (im Alltag), Belastung, Instabile Stoffwechsellage, häufige Hypo-und Hyperglykämien, Hypowahrnehmungsstörung, Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, Beeinträchtigung... Achtet darauf, euch verständlich auszudrücken und die Punkte ausführlich zu beschreiben- vielleicht nennt ihr auch ein oder zwei Beispiele?


Außerdem solltet ihr anbieten (falls sie noch nicht eingefordert wurden), die Blutzuckertagebücher der letzten 3 Monate einzuschicken oder beizulegen. Es gilt das Motto: Je mehr sie prüfen müssen, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sie den Antrag zu euren Gunsten absegnen.
Denn die Behörden sind verpflichtet jegliche Angabe zu prüfen- sollte eurem Widerspruch nicht entsprochen werden und ihr klagt vor dem Sozialgericht (das wäre der nächste Schritt) könnte es passieren, dass deutlich wird, dass die Behörde eben nicht ausreichend geprüft hat- und das führt natürlich zu Problemen...

Auch ganz wichtig: Haltet unbedingt die Frist von vier Wochen ein, die ihr nach Erhalt des Bescheids habt. Geht euer Widerspruch nach diesen vier Wochen bei der Behörde ein, wird er sofort abgewiesen.
Monate später habe ich dann den Bescheid bekommen- der Widerspruch wurde abgelehnt. Der erhöhte Aufwand sei mit einem GdB von 40 abgegolten, hieß es. Mittlerweile hat sich meine Stoffwechseleinstellung verschlechtert und es ist Hashimoto hinzugekommen- demnächst werde ich also einen Verschlechterungsantrag stellen.

Vielleicht habt ihr schon Erfahrungen mit einem Widerspruch gemacht?
Liebe Grüße und allen Antragsstellen ein festes Daumendrücken schickt euch


Caro

Dienstag, 2. Juni 2015

Try and Error- Diabetesexperimente

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Hi ihr Lieben,

Ich stecke grad immer noch in der Renovierung von meiner ersten gemeinsamen Wohnung mit meinem "süßen" Freund. Wie ihr vielleicht auch schon in der Blood Sugar Lounge gelesen habt, ist ein Umzug mit Diabetes im Gepäck sicher immer noch ein Bisschen schwieriger anders als ohne das kleine Monster...
Das merke ich auch jetzt wieder. Kurze Nächte, dafür umso längere Tage, Ärger mit der Krankenkasse wegen des Pumpenwechsels, Blutzuckerchaos... Wo soll ich anfangen?
Wie einige von euch vielleicht wissen, bin ich alles andere als zufrieden mit meinem Omnipod. Die Nachteile überwiegen leider sehr den Vorteilen: Entzündete Katheterstellen nach 1,5 Tagen, auslaufende Pods, technische Fehler- das alles sind nur einige wenige Punkte einer langen Liste meiner Probleme mit dem kleinen Knubbel-Pümpchen.
Eine Umstellung auf ICT kommt aber sowas von überhaupt nicht in Frage. Dank meines Freundes bin ich jetzt auch von den "Schlauchpumpen" überzeugt und spätestens seit er die Medtronic 640G inklusive Sensor trägt ist für mich klar: Ich brauch die auch!
Also zackig einen Antrag an die Krankenkasse geschrieben... Vor mehr als vier Wochen! Nachdem ich einfach überhaupt nichts gehört habe, habe ich nachgefragt. Das Resultat? Anscheinend hatte die Sachbearbeiterin den Antrag entweder überhaupt nicht gelesen oder nur überflogen. Von einem Pumpenwechsel wüssten sie nichts, lediglich den Antrag auf ein CGMS sei bei ihnen eingegangen... Ehhhh....? Nach zig Telefonaten war klar: Die hatten Mist gebaut. Es gab nie getrennte Anträge und wer die erste Zeile inklusive der Ausführlichen Begründung und dem Satz "Antrag auf Insulinpumpenwechsel" zu einem CGMS-Antrag umdichtet..nunja. Der ist auf jeden Fall reichlich mit Kreativität gesegnet ;)
Ich für meinen Teil war (und bin) natürlich nicht wirklich begeistert. Jetzt heißt es 3 Monate Tagebuch nachschreiben- ihr kennt den Horror sicherlich selbst.
Statt Spielfilmabende heißt es nun also Tagebuchabendetage...
3 Monate BZ-Tagebuch...
Durch meine Probleme mit dem Pod werden natürlich auch meine Werte negativ beeinflusst...So sehr, dass ich es nicht mehr ausgehalten habe und seit zwei Wochen nun die alte Veo meines Freundes trage.
Das klappt auch wesentlich besser.

Seit ich versuche abzunehmen, ist mir meine hohe Insulindosis ein Dorn im Auge. Also habe ich auch die jetzt drastisch umgestellt. Seit zwei Tagen laufe ich deshalb nun mit erhöhten Werten rum, merke aber auch, dass mein Körper sich langsam daran gewöhnt und es mir recht gut geht dabei. Alles ist besser als diese nervenaufreibenden Schwankungen. Trotzdem ist es natürlich frustrierend, von 10 gemessenen Werten nur ein oder zwei Mal eine "Eins" vorn zu sehen.
Dank der Veo bleiben mir wenigstens entzündete Katheterstellen erspart! :)
Irgendwie hab ich das Gefühl, zu versagen. Wieso schießt mein Blutzucker rasant nach Oben, wenn ich Jogge und das nächste Mal rutsche ich in die Hypo? Temporäre Basalrate, Basalratenumstellung, BE-Faktor-Umstellung, nächtliche Messorgien, dualer Bolus, CGM... Trotz bester technischer Unterstützung fühle ich mich mehr und mehr unfähig.
Tage, an denen das Monster mich an der Nase herumzuführen scheint, sind kräftezehrend. Umso schöner ist es da, ein paar Tage zu Hause verbringen zu können, zu sehen, wie die Wohnung immer mehr unseren Vorstellungen entspricht, durchzuatmen und sich mal wieder Zeit zum Schreiben nehmen zu können (Nein, damit meine ich nicht die Blutzuckertagebücher;) ).
Wie geht ihr damit um, wenn plötzlich alles auf einmal schief zu laufen scheint?
Über ein paar tröstende Worte oder Tipps freut sich wie immer
Eure

Caro



Dienstag, 14. April 2015

Weiberplausch: Über Pille, Menstruation und Co.

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Dieses Mal ein besonderes Hallo an die weiblichen Leser meines Blogs!

Wie bei vielen Mädchen auch kam bei mir in einem gewissen Alter gewisse Fragen auf: Pille ja oder nein? Wenn ja, welche? Wie beeinflussen Hormone meinen BZ? Beeinflusst der Diabetes die Hormone? Was mache ich mit der Pumpe beim Sex?

Meine Gynäkologin war mir dabei leider keine Hilfe. Sie schaute mich nur abschätzig an, als ich nach einer Pille fragte, die für Diabetikerinnen geeignet sei und sagte, dass es keine Unterschiede gäbe... Aaaah ja. Ich bekam die Standardpille für junge Frauen vorgesetzt: Die niedrigdosierten Minipillen. Andere Verhütungsmethoden empfahl sie mir nicht und ich muss zugeben: bis heute traue ich mich nicht an Spirale und Co. ran.
Die ersten Monate schienen die reinste Katastrophe zu sein. Hypos und Hypers wechselten sich grade während der Periode ab. Immerhin wurden die starken Rückenschmerzen besser und langsam schien sich mein Körper auch auf den "erzwungenen" Zyklusrythmus einzulassen.
Mein Diabetologe beruhigte mich. Das sei alles ganz normal- schließlich brauche der Körper und damit auch der BZ Zeit, sich an neue Hormone zu gewöhnen. Ich übte mich also in Geduld...
Nach und nach bemerkte ich, dass das Wertechaos gar nicht so chaotisch war wie gedacht.
Durch die Pille und die damit verbundenen regelmäßigen Zyklen wurde deutlich, wann sich mein BZ wie verhielt. Mittlerweile weiß ich: 3 Tage vor Beginn der Pillenpause befinde ich mich quasi in einer Dauerhypo, 3 Tage ab Beginn der Pause steigen die Werte langsam wieder in den Normbereich und einen Tag vor Ende der Pause neige ich zu Hypers.
Mir hat es damals sehr geholfen, für diese gewissen Tage ein Blutzuckertagebuch zu führen. Damit konnte ich prima vergleichen, wann sich mein BZ wie verhielt. Dadurch konnte ich auch eigene Basalraten für die jeweiligen Tage erstellen, bzw. mich mental darauf vorbereiten, in dieser Zeit die Insulindosierungen entsprechend anzupassen.
Die Pille empfinde ich mittlerweile als tollen kleinen Helfer auch für die BZ-Einstellung ;)

Durch den Streik meiner Bauchspeicheldrüse und das damit verbundene bessere Körpergefühl habe ich übrigens mittlerweile gelernt, meine teilweise echt starken Stimmungsschwankungen (natürlich die Hormonbedingten;) ) besser wahrnehmen und auch abschwächen zu können- ich weiß mittlerweile viel genauer, was mir guttut und akzeptiere auch Tage, an denen ich nur auf der Couch liegen und Schokoeis in mich reinschaufeln möchte viel besser.

Seit ich den Pod trage kam für mich auch die Frage auf: Wie reagiert mein  Gegenüber darauf wenn es intimer wird? Ich habe dreierlei erlebt: Abscheu, Neugierde und vollkommene Gleichgültigkeit. Es ist wohl auf jeden Fall immer eine gute Idee, seinem Partner vorher vom "dritten im Bunde" zu erzählen ;)
Zwischenzeitlich habe ich auch die Medtronic Veo getragen- also mit Schlauch, wie mein Freund auch. Um die oft gestellte Frage zu beantworten: Für/Während/Vor dem Sex abkoppeln dauert keine zwei Sekunden- falls man es vergisst stört sie aber auch nicht im Bett.
Ich glaube, man sollte sich da nicht zu viele Gedanken drüber machen- ein toleranter, eingeweihter oder gar betroffener Partner kann da aber sicher auch viele Ängste nehmen!

Ich freue mich wie immer über eure Erfahrungen und Fragen!
Viele liebe Grüße,
Caro

Montag, 16. März 2015

Ist ein guter Diabetologe wirklich so wichtig?

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Mittlerweile weiß ich: Ja. Er ist unersetzlich!
Als bei mir Diabetes diagnostiziert wurde, blieb ich bei meinem Diabetologen im Krankenhaus in stationärer Behandlung.
Nach etwa einem halben Jahr, in dem sich die Remissionsphase langsam dem Ende zuneigte und meine Werte dementsprechend schwieriger regulierbar waren, wurde ich unzufriedener mit dem Ausgang der Termine.
Wenn ich Fragen hatte, Unzufriedenheit mit der Einstellung anmerkte oder auf das Thema Pumpe zu sprechen kam, wurde ich jedes Mal auf den nächsten Termin vertröstet.
Mein Hba1c wurde schlechter, ich fühlte mich nicht mehr in der Lage, meine Werte stabil zu halten.
Als ich ein ums andere Mal nur noch angeschnauzt wurde, warum ich mich nicht kümmern würde dachte ich: "So. Bisher hierher und nicht weiter." Denn einmal im Quartal zehn Minuten beim Arzt zu sitzen, um den Hba1c bestimmen zu lassen und meine Rezepte abzuholen- das konnte ich auch beim Hausarzt machen.
Ich schaute mich ein bisschen um und wechselte schließlich den Arzt.
Die neue Praxis machte anfangs einen guten Eindruck auf mich. Ich wurde von Actrapid und Protaphane auf Novorapid und Levemir umgestellt. Meine Werte wurden besser, eine Pumpe zu bekommen wurde mir in Aussicht gestellt.
Nachdem ich mehr oder weniger ein bisschen rumgereicht wurde in der Praxis (Diabetologe-Diabetesberaterin-Diabetesberater), wurde ich skeptisch. Wieder fühlte ich mich nicht gut aufgehoben.
Ich wollte meinem Diabetesberater aber eine Chance geben und machte ein paar mehr Termine pro Quartal, sodass wir uns besser kennenlernen und ich ihn besser einschätzen konnte.
Die Termine gefielen mir dann auch wieder ganz gut. Ich kam super mit ihm klar, er beantragte mit mir den Omnipod, hatte immer ein offenes Ohr, wusste stets wer ich war und was ich ihm letztes Mal erzählt hatte und verschrieb mir auch mal eine Packung Pods mehr, da die Probezeit sich hinzog.
Noch immer mag ich den Berater sehr, doch leider machte mir jetzt der Diabetologe seine eigene Praxis madig.
Mir war schon öfter aufgefallen, dass Patienten sich an der Rezeption beschwerten, sie würden mit den Teststreifen nicht hinkommen und auch ich stand alle paar Wochen auf der Matte, um mir mehr verschreiben zu lassen.
Als ich letztes Jahr im November dann nach Jahresrezepten fragte, war das kein Problem- bis ich die Menge an Teststreifen bemerkte, die auf dem Rezept standen. Damit dürfte ich pro Tag maximal 5 Mal messen.
Für einige viel, für die meisten wohl normal- für mich allerdings definitiv zu wenig.
Mein Diabetesberater wusste, dass ich mehr Teststreifen brauche. Dennoch waren ihm die Hände gebunden, da der Diabetologe eine Höchstgrenze einhielt.
Nach mehreren Gesprächen, Emails und sogar einem Schreiben von der Kassenärztlichen Vereinigung, aus der eindeutig hervorging, dass keine Höchstgrenze bei tatsächlichem Bedarf existiert, stellte sich der Diabetologe bis heute quer.
Meine Verzweiflung wuchs, ich fühlte mich durch das ewige Hin und Her erschöpft. Wie sollte ich eine gute Therapie hinbekommen, wenn ich nicht oft genug messen durfte?!
Tagebuchführen, Pumpe beantragen oder
doch lieber mit dem Pen therapieren?
Mit einem guten Diabetologen fällt die richtige Entscheidung
wesentlich leichter!
Noch bevor das alles passierte, lernte ich im Herbst letzten Jahres durch meinen Freund eine Diabetologin in NRW kennen.
Von mehreren Leuten hörte ich die pure Begeisterung. Ich bin von Natur aus skeptisch- wenn andere jemanden in den Himmel loben, wächst meine Skepsis mit jeder Beteuerung.
Trotzdem war ich neugierig und so durfte ich meinen Freund zu einem Termin bei besagter Ärztin begleiten.
Nach 2,5 Stunden verließen wir die Praxis um 21 Uhr.
Ich musste mir eingestehen: "Die Frau hat echt was drauf!" Ich war beeindruckt von der persönlichen Hingabe, mit der sie sich auf diesen Termin vorbereitet hatte. Von der Energie, mit der sie uns ihre Erkenntnisse anhand einer PowerPoint-Präsentation veranschaulichte. Und nicht zuletzt von ihrer Art.
Zum ersten Mal erlebte ich eine Ärztin wie einen Kollegen, wie eine Freundin.
Ich war begeistert. Wieder und wieder begleitete ich meinen Freund zu den Terminen bei ihr und nahm jedes Mal eine Menge mit nach Hause.
Obwohl ich keine Patientin bei ihr war, gab sie mir Tipps, hatte ein offenes Ohr für meine Fragen und bestärkte mich darin, um meine Rechte als Patient zu kämpfen.
Dadurch weiß ich mittlerweile: Einen guten Diabetologen zu haben, der sich Zeit nimmt, der sich mit Problemen beschäftigt, anstatt sie nur vom Tisch zu wischen und der mit dir auf einer Ebene spricht, anstatt sich als "erhaben" darzustellen ist die halbe Miete für die Motivation beim Diabetes.
Trotz guter Schulung nach jedem Termin etwas neues zu haben, was man ausprobieren und worüber man sich klar werden kann ist bereichernd und gibt einem ein gutes Gefühl der Sicherheit.
Ich für meinen Teil möchte darauf nicht mehr verzichten. Ich will die Welt bereisen, eine Familie gründen und mein Leben so lange wie möglich genießen- das geht nur mit einer guten Einstellung und Sicherheit im Umgang mit dem eigenen Körper.
Für diese Sicherheit werde ich ab Sommer auch eine Fahrt von 300 km auf mich nehmen- wenn mein Freund und ich zurück nach Hannover ziehen und für die Quartalstermine nach NRW fahren werden.
Ich bin mir bewusst, dass viele denken "Gott, die spinnen doch!" und ich weiß, dass das sicher außergewöhnlich ist.
Ich möchte mit diesen Zeilen auch nur Mut machen.
Kämpft für eure Rechte als Patient! Sprecht mit der Kassenärztlichen Vereinigung und mit euren Krankenkassen, wenn euer Diabetologe euch notwendige Rezepte verwehrt, auf die ihr einen Anspruch habt.
Scheut euch nicht davor, den Diabetologen zu wechseln- so lange, bis ihr jemanden findet, bei dem ihr euch wohl fühlt und der euch unterstützt anstatt runterzieht.
Ich weiß, dass es mühselig und anstrengend ist, all das umzusetzen. Aber: Wir haben nur diese Chance, um uns aktiv für uns selbst einzusetzen.
Wie sieht das bei euch aus? Habt ihr einen Diabetologen, mit dem ihr rundum zufrieden seid?
Habt ihr euren Arzt oft wechseln müssen, bis ihr jemand passenden gefunden habt?
Oder fühlt ihr euch katastrophal fehlbehandelt?
Ich würde mich darüber freuen, an euren Erfahrungen teilhaben zu dürfen!
Liebe Grüße


Eure Caro

Montag, 9. März 2015

Diabetes-Messe Münster 2015

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Hallo ihr Lieben:)

Gestern waren mein Freund und ich mit dem Zentrum für jugendliche Diabetiker auf der Diabetes Messe in Münster..

Wir waren leider ziemlich enttäuscht. Stände zum Heilen der Augen mithilfe der Kraft des Geistes, überteuerte Brillenputzmittel, Glückstüten mit Windeln für Erwachsene und kleinen roten Pillen und vollkommen überteuerte Hba1c (5 Euro) und Blutfettwertmessungen (10 Euro) waren vertreten.
wir haben uns tatsächlich mehrmals gefragt, was das denn jetzt mit Diabetes zu tun hat.
Natürlich waren auch richtige Firmen wie Bayer, Medtronic, Abott und Beurer vertreten, wobei auch hier wichtige Größen wie Roche und Co. vermisst wurden.
Wir hatten jedoch immerhin die Möglichkeit, die neue Pumpe von Medtronic in den Händen halten und uns alles technische erklären zu lassen.
Auch bei Beurer haben wir einige Zeit verbracht und waren wirklich perplex, dass mittlerweile sogar Waagen und Blutdruckmessgeräte via Bluetooth mit dem Handy vernetzt werden. Zusätzlich hatten wir ein interessantes Gespräch über das ActivityGuard und das neue Blutzuckermessgerät.
Da wir erst relativ spät vor Ort waren, haben wir die für uns interessanten Vorträge leider verpasst. Insgesamt klangen die jedoch leider sehr nach Typ 2 Diabetes. Viel Ernährung, viel Bewegung und medizinische Fortschritte, um den Diabetes durch OPs zu heilen.

Einen Vortrag haben wir dann aber doch besuchen können: "Danke Diabetes!" von Anja Renfordt.
Sie war wieder mit ihrem Diabetikerwarnhund Candy vor Ort und hat über sich und ihre Karriere, ihre ersten Erfahrungen mit dem Diabetes und der Versorgung durch Ärzte, aber vor allem über ihre Motivation erzählt. Es war wieder interessant und unterhaltsam:)
Und auch Candy war von Frauchen begeistert: Sie blieb stets an Anjas Seite und hat sich während des gesamten Vortrags super gemacht!

Insgesamt war die Messe recht schwach, sodass wir sie (vor allem bei den hohen Eintrittspreisen) wohl kein zweites Mal besuchen werden.

Kennt ihr bessere Messen?

Liebe Grüße
Caro

Sonntag, 8. März 2015

Medtronic: Die neue Pumpe ist da!

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Hallo ihr Lieben!

Ich komme grad von der Diabetes Messe in Münster und bringe tolle Neuigkeiten mit:
Morgen kommt offiziell die neue Pumpe von Medtronic, die MiniMed 640G auf den Markt!
Ich hatte die Möglichkeit, sie mal in der Hand zu halten, ein bisschen rumzuspielen und mir alles technische erklären zu lassen.
Soviel vorweg: Sie hat einen wirklich guten Eindruck bei mir hinterlassen:)

Und dann komm ich auch direkt mal zu den Einzelheiten:

Die Pumpe ist im Vergleich zur Paradigm Veo (3mL Reservoir) minimal dicker und schwerer, dafür etwas kürzer und irgendwie kompakter in der Hand.
Sie wurde mit einem angenehm großen Farbdisplay ausgestattet, das durch gute Kontraste und schöne Farbdarstellungen Freude macht.
Die Bedienung ist gewohnt selbsterklärend, ich persönlich finde sie sogar einfacher als bei der Veo oder beim Omnipod.
Die Tasten sind ausreichend groß, lassen sich leicht drücken und sind diesmal auch für Linkshänder geeignet (ich bin zwar selbst Rechtshänder, stell es mir aber irgendwie schwierig vor, die Tasten der Veo mit links zu bedienen).
Außerdem ist die MiniMed 640G wasserfest, nicht nur spritzwassergeschützt. Beim nächsten versehentlichen Baden in der Toilette kann also gar nichts mehr passieren;)
Natürlich besitzt sie auch wieder einen Bolusrechner, ist über CarLink auslesbar und verfügt über mehrere Ereignismarker, wie z.B. BZ, Injektion, Nahrung und Bewegung.
Bei der neuen Pumpe kann man außerdem das Tempo einstellen, mit dem der Bolus abgegeben wird.
Momentan gibt es die Pumpe nur in schwarz, allerdings wurden direkt farbige Aufkleber, Täschchen und Silikonhüllen mit erstellt- z.B. eine totsüße Lenny-Silikon-Schutzhülle, die nicht nur Kindern gut gefallen wird:)
Die MiniMed 640G kommuniziert auch wieder mit dem Enlite-Sensor, allerdings wurden extra Sensoren für diese Pumpe entwickelt, sodass die alten nicht für die 640G genutzt werden können.
Was mir auch besonders gut gefallen hat, ist das neue Bayermessgerät, das mit der Pumpe kommuniziert. Denn endlich kann man auch über das Messgerät den Bolus steuern! Man braucht also nicht noch eine extra Fernbedienung im Täschchen rumfliegen zu haben, denn jetzt sind Messgerät und Fernbedienung eins:) Grade für uns Frauen, die die Pumpe auch mal an Stellen tragen, an denen man nicht so leicht herankommt ein tolles Feature!

Ich bin bis jetzt ganz begeistert von der Pumpe und würde sie jederzeit Probetragen wollen.
Mal schauen, wie sie sich im Praxistest machen wird;)

Habt ihr die neue Pumpe schon gesehen? Was sagt ihr zu ihr?

Viele liebe Grüße
Eure Caro

Samstag, 7. Februar 2015

Bewerbungsgespräch mit dem Monster...

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Hi ihr Lieben!:) Nach langer Zeit wieder was Neues von mir;)

In letzter Zeit ist viel passiert: Ich bin (vorübergehend) umgezogen, hab meinen absoluten Traum-Ausbildungsplatz ergattert und ein Praktikum im Krankenhaus begonnen.

Um meinen Wunschplatz zu bekommen, musste ich natürlich ein Bewerbungsgespräch durchlaufen. Und da ich mich natürlich nicht nur auf diesen einen Platz verlassen wollte, hatte ich nicht nur EIN sondern drei Gespräche- und stand jedes Mal vor der gleichen Überlegung:

Sollte ich sagen, dass ich Diabetiker bin?!

In den einschlägigen Social-Media-Gruppen stößt man immer wieder auf diese Frage und immer wieder scheiden sich die Geister.
Ich persönlich fand es nie eine gute Idee, es direkt beim Bewerbungsgespräch zu sagen, da wir auch sonst oft mit Vorurteilen zu kämpfen haben und ein chronisch kranker eventuell höhere "Risiken" für den Arbeitgeber birgt, als ein vollkommen gesunder.
Ich hab oft mit meinem Freund und meiner Familie darüber gesprochen, die alle der Meinung waren, ich könne es ruhig angeben.
Dann haben wir es jedoch mal ausprobiert: Im Mini-Rollenspiel haben wir versucht, einen Ansatz zu finden, dem potentiellen neuen Chef gut mitteilen zu können, dass man Diabetiker ist- ohne sich dabei selbst durch unglückliche Bemerkungen selbst ins Aus zu befördern:

  • "Ach übrigens, ich bin Typ 1 Diabetiker!"
  • "Eine meiner Stärken ist mein Verantwortungsbewusstsein, das habe ich auch durch den Umgang mit meinem Diabetes erlernt."
  • "Ja, ich bin schwerbehindert, weil ich Diabetiker bin."
Und so weiter und so fort. Für mich klang das alles nicht wirklich gut und auch meine Diskussions-Partner mussten zugeben, dass es schwieriger war, als sie Anfangs dachten. Denn grade, wenn man sich nicht sicher ist, ob der Gegenüber WIRKLICH weiß, was Typ 1 Diabetes bedeutet (und wer, außer ein Betroffener weiß das schon hundertprozentig? ;) ) fängt man doch recht schnell an, sich in Sätze zu verrennen, die nach "Rechtfertigungen" klingen, wie z.B.:

Ich habe Diabetes aber...
  • bin gut eingestellt.
  • war deshalb noch nie krank.
  • komme gut mit der Krankheit zurecht.
und und und... Doch egal wie gut eins dieser Argumente auch klingen mag, irgendwie hatten sie immer den bitteren Beigeschmack einer "Rechtfertigung" für mich.
Ich bin bei Weitem niemand, der sich für seine Krankheit schämt, sich deshalb versteckt oder jemals Ablehnung erfahren hat- doch vielleicht grade wegen Letzterem habe ich mich dazu entschieden, meine Zukunft nicht zu riskieren, indem ich meinen Diabetes angebe. Denn auch das hört man immer wieder: Das Bewerber aufgrund ihrer Erkrankung nicht eingestellt wurden.

So habe ich es also in zwei der drei Gespräche gehandhabt. Es gab keine Fragen in Bezug auf meine Gesundheit (die ja eh unzulässig sind), ich bin aber auch von mir aus nicht darauf eingegangen. In beiden Fällen habe ich ein Ausbildungsplatzangebot erhalten.

Jetzt zum vielleicht interessanteren Teil: Bei meinem dritten Bewerbungsgespräch war ich schon etwas entspannter. Es war eine größere Runde mit Bewerbern, die Schulleitung, die das Gespräch geführt hat überaus freundlich und dem Klinikum, an dem die Ausbildung stattfindet, ist die größte Diabetesambulanz Deutschlands für Kinder und Jugendliche angeschlossen.
Während der Vorstellungsrunde wurde auch gefragt, in welchen speziellen Bereich man den später mit der Ausbildung gehen wolle. "Meine Chance!", dachte ich und habe mich spontan dazu entschlossen, einmal auszuprobieren, wie ein Bewerbungsmanagement auf einen Diabetiker reagiert.
Von der Reaktion war ich äußerst positiv überrascht.
Ich sagte also (wahrheitsgemäß), dass mich der Bereich Diabetologie sehr interessiert und ich mir sehr gut vorstellen könnte, dort später zu arbeiten. Sie fragten, ob ich in meinem näheren Umfeld Diabetiker hätte, also antwortete ich: "Ich bin selbst Diabetiker", und hielt den Atem an.
Ich hätte mit so ziemlich allem gerechnet. Einem stummen nicken. Einem profanen "Okay". Jedoch nicht mit dem Auflachen der Schulleitung, während sie grinsend sagte: "Ich glaube wir haben mittlerweile in so ziemlich jeder Klasse einen Diabetiker. Sagen Sie, kennen Sie den Herrn Prof. Dr. Danne?" Und so kamen wir tatsächlich etwas ins Plaudern.
Die Plätze für diesen Ausbildungsgang waren sehr begrenzt und tatsächlich flatterte ein paar Wochen später ein Brief mit einem Ausbildungsplatzangebot ins Haus.

In diesem speziellen Fall konnte ich also wirklich keine negativen Erfahrungen machen, den Diabetes im Bewerbungsgespräch anzugeben. Trotzdem habe ich es im darauf folgenden Gespräch wieder gelassen.
Für mich muss einfach der Rahmen stimmen und mein Gefühl muss ebenfalls "Ja" sagen.
Denn eigentlich sehe ich auch einfach keinen Grund, zu sagen, dass ich Diabetiker bin, da ich mich weder besonders eingeschränkt fühle, noch irgendwelche "Extrawürste" bekommen möchte.
Wenn ihr es jedoch gern hättet, dass euer zukünftiger Chef es direkt weiß, dann solltet ihr nach einer guten Formulierung suchen, die dieses Gefühl, ihr würdet euch für eure Krankheit "rechtfertigen" nicht aufkommen lässt.

Letztendlich wird euer Arbeitgeber es vermutlich früher oder später eh bemerken.
Das finde ich auch sehr wichtig. Eure Umgebung sollte darüber Bescheid wissen, dass ihr Diabetiker seid. Denn falls ihr doch irgendwann in die unangenehme Situation kommen solltet, dass ihr an eurem Arbeitsplatz ein unfreiwilliges Nickerchen macht, ist es grade für die Notfallsanis gut zu wissen, dass ihr Diabetiker seid um euch damit schnellstmöglich optimal versorgen zu können.


Was für Erfahrungen habt ihr denn im Bewerbungsgespräch/am Arbeitsplatz gemacht?

Über eure Berichte freut sich wie immer eure

Caro

Dienstag, 2. Dezember 2014

Danke, Diabetes! - Vorteile, ein Diabetiker zu sein

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Hallo ihr Lieben:)

Ich hoffe ihr lasst euch von der üblichen Weihnachtshektik nicht allzu sehr befallen und könnt die mittlerweile schon ziemlich kalten Tage genießen- und dabei vielleicht auch mal Monster Monster sein lassen;)


Doch grad in der Weihnachtszeit höre ich von vielen Diabetikern, dass sie auf Weihnachtsgebäck verzichten, um schlechte Werte zu vermeiden oder generell einfach wahnsinnig genervt von ihrem Monster sind.
Deshalb hab ich beschlossen, meinem Monster einfach mal DANKE zu sagen- denn so ist es doch viel einfacher:)
Also, liebes Monster. Hier kommen deine Pluspunkte!

1. Durch dich sind wir wahre Platzfinder- in jeder noch so kleinen Tasche finden wir Raum für unser "Zuckerzeug" und (da wir deshalb fast eh immer ein Täschchen mitnehmen) auch für praktische andere Utensilien...


2. Somit werden wir für Freunde zu verlässlichen "Notfallkoffern". Taschentücher, Traubenzucker, Wasser, Saft, Müsliriegel oder Gummibärchen fliegen immer in meiner Tasche rum und haben schon so manchen halb verhungerndem/verdurstendem Freund das Leben gerettet;)

3. Vor allem wir Frauen haben immer eine Ausrede ein neues Täschchen zu kaufen- unsere kleinen Lebensretter sollen ja schließlich hübsch sicher verpackt sein!

4. Wir werden kreativ: Pumpen- und Messgeräthüllen, Pen-Sticker und eigene Kreationen auf den Omnipods... unsere täglichen Begleiter werden teilweise zum eigenen Accessoire.


5. Wir sind eine wandelnde Nährwerttabelle und somit auch halbe Diätexperten: Kohlenhydratarm essen, Fett- und Proteinmengen abschätzen- für einen (gut geschulten) Diabetiker kein Problem!


7. Seit der Diagnose habe ich ein ganz anderes Körpergefühl. Ich achte (zwangsläufig) mehr auf das, was ich esse- so flutschen auch Naschereien zwischendurch nicht einfach an meinem Bewusstsein vorbei.


8. Bewusster leben: Ohne das Insulin und die wirklich rettende Diagnose wären wir alle heute nicht mehr am Leben- mein Monster lässt mich auch die kleinen Dinge im Leben wieder viel mehr genießen.


9. Durch dich, liebes Monster, schließen wir Freundschaften und Partnerschaften. Seit du auch in mein Leben getreten bist, habe ich wahnsinnig tolle Menschen kennengelernt. Habe einen neuen Partner an meiner Seite und meinen Freundeskreis um ein paar fantastische neue Leute erweitern können.


10. Last but not least: Du zeigst uns wie stark wir sind! Es ist jeden Tag ein kleiner Kampf, mit dir zu leben- doch jeder Wert, der im grünen Bereich liegt, jede zufriedenstellende Untersuchung bei einem unserer zehntausend Ärzten, zeigt uns wofür wir uns anstrengen. Jeder, der mit Folgeschäden, Entgleisungen, schweren Hypos oder einer der zahlreichen anderen Tücken, die du manchmal mit dir bringst, leben muss und trotzdem seinen Lebensmut- und seine Freude nicht verliert... Der ist ein kleiner Held des Alltags.
Mir, kleines Monster, hast du gezeigt, was ich alles aushalten kann. Was ich trotz einer Krankheit schaffen kann- und dafür möchte ich Danke sagen.

Habt ihr ein paar Dinge, für die ihr eurem Monster wirklich dankbar seid? Bei dem ihr denkt: Das wäre ohne den Diabetes nie passiert?
Ich bin auf eure Antworten gespannt:)

Ich wünsche euch noch ein paar schöne, besinnliche Vorweihnachtstage,
liebe Grüße


Eure Caro

Sonntag, 16. November 2014

Ich bin geheilt! Oder: Ein Wandertag im Harz

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Hallo ihr Zuckerschnuten:)


Momentan läuft es wirklich super! Nachdem ich beschlossen habe, mein Studium abzubrechen und mich stattdessen für verschiedene Ausbildungsplätze in der Medizin beworben habe, flattern nun nach und nach die Vorstellungsgesprächstermine in die Postfächer.
Ab Januar geht es für mich ab nach NRW, dort kann ich ein Praktikum in einem großen Krankenhaus machen und gleichzeitig die Distanz zu meinem "süßen" Partner verringern:) Natürlich freuen wir uns wahnsinnig- denn eine Fernbeziehung ist auf Dauer natürlich weniger schön als eine "richtige";) Ganz zu schweigen von den vielen Vorteilen, die eine zuckersüße Partnerschaft so mit sich bringt:)


Am Wochenende wurde ich von meinem Schatz besucht und weil das Wetter gut werden sollte, sind wir mit meinen Eltern am Samstag in den Harz gefahren, um den Brocken zu besteigen.
Es war windig, mal kalt, mal furchtbar warm und alles in allem ziemlich feucht- aber am Ende des Tages waren wir nach 6 Stunden Wanderung, gutem Essen und einem wärmenden Cappuccino glücklich, ausgepowert und zufrieden:)
Morgens hatte ich meine Basalrate vorsichtshalber schon um 10 % für mehrere Stunden gesenkt und eigentlich fest damit gerechnet, später korrigieren zu müssen- doch nach einer Stunde "wandern" (eher spazierengehen) machte ich eine Kontrollmessung: 94 mg/dl. Eigentlich super- allerdings war ich schon um 100 mg/dl gesunken. Meine Eltern hatten uns beim Frühstück mit einem Lächeln bedacht, als wir Saftflasche um Saftflasche und Müsliriegel um Müsliriegel in unsere Rucksäcke stopften. Resultat des Wandertages: Zwei Drittel unserer Hypoverpflegung waren am Ende aufgefuttert/ausgetrunken und nicht ein Tropfen Insulin musste dafür meine Pumpe verlassen. Traumwerte um die 100mg/dl straften meinen inneren Schweinehund- ein bisschen Laufen und schon fühlt es sich an, als hätte mein Monster sich schnurrend zusammengerollt oder nie existiert: "Geheilt" für einen Tag ein paar Stunden.
Top-Werte dank ein bisschen Aktivität!:)
Abends verabschiedete sich dann nämlich mein Pod und schwups war ich wieder bei über 300 mg/dl. Tja, so schnell kann das gehen... Trotzdem war es ein wunderschöner Tag- den ich im Winter in einer Loipe gern wiederholen würde;)

Was habt ihr an diesem kalten, grauen Novemberwochenende getrieben?

Lieben Gruß
Eure Caro mit Mietzkätzchen-Monster

Mittwoch, 29. Oktober 2014

1. Diabetikertag in Lüdenscheid- "Mit Diabetes leben lernen!"

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Hi ihr Lieben!

Ich hab mich zwar (schon wieder) lange nicht gemeldet- war aber keineswegs faul:)

Letztes Wochenende hatte ich die Möglichkeit, den ersten Diabetikertag des Zentrums für jugendliche Diabetiker in Lüdenscheid zu besuchen.
Für alle, die noch nie etwas davon gehört haben (so wie ich bis vor wenigen Monaten):
Das Zentrum bietet in mehren Wohngruppen und ausgelagerten Wohnungen Platz für junge Diabetiker zwischen 10 und 23 Jahren, die zu Hause entweder Probleme mit der Familie oder mit ihrem Diabetes haben- manchmal kommt auch beides zusammen.
Wer genauere Infos und einmal einen Einblick von Bewohnern des Zentrums haben möchte, kann sich die Internetseite anschauen (Hier der LINK) oder sich an mich wenden:)


Zum ersten Mal wurde am Samstag, den 25. Oktober im Zentrum also ein Diabetikertag veranstaltet. Zahlreiche Vertreter von Medtronic, Freestyle, Animas, etc. hatten sich (mitsamt Gratisproben ;) ) in der Sporthalle eingefunden und auch sonst war viel los!
Die Wohngruppen waren für die Besucher geöffnet, überall wurden Getränke, Kuchen und warme Speisen angeboten und die große Tombola war startbereit.
Auf dem Programm standen zahlreiche Vorträge, zB. vom hauseigenen Diabetologen, den Geschäftsführern der DiabDocs und Anja Renfordt.
Vor allem die Vorträge waren gut besucht und (mehr oder weniger) interessant. Natürlich waren die Hypowarnhunde (unter anderem auch Candy von Anja) wieder ein absolutes Highlight und die Vorstellung ihrer unglaublichen Spürnasen eine der bestbesuchten Veranstaltungen.
Auch Anjas Vorstellung zum Thema "Spitzensport und Diabetes" fand wie immer großen Anklang und sorgte neben den Fellnasen für einen letzten größeren Besucher"ansturm" auf das Zentrum.
Zwischen den Vorträgen konnte man wieder Weihnachten für Diabetiker feiern: Neben den unzähligen Give-Aways in Form von Messgeräten, Blöcken, etc. konnte man viele wertvolle Informationen zu neuen Messgeräten und Insulinpumpen sammeln- wie zB dem Freestyle Libre:)
Insgesamt war es eine schöne Veranstaltung, die vor allem für das Zentrum ein wichtiger Schritt zum Bekanntwerden war.
Auch kleine Messen und Diabetesveranstaltungen können sich also durchaus lohnen!

Apropros Messe: Sieht man sich am 25.Januar in Berlin zum T1-Day?:)

Lieben Gruß vom (Hypo-BE-hungrigen) Monster und Caro!:)

Montag, 29. September 2014

Ja, ich lebe noch!

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Hallihallo ihr lieben Monsterzähmer!

Ich melde mich aus der Versenkung zurück;) Ich habe mich tatsächlich etwas erschrocken, als ich bemerkt habe, dass ich seit gut 2,5 Monaten nicht mehr aktiv war.
Allerdings hab ich eine wirklich gute Ausrede: Es ist wahnsinnig viel passiert in den letzten Wochen!
Mein kleiner Pod-Kumpel und ich haben uns mittlerweile wirklich gut angefreundet, auch wenn wir zwischendurch einige Anlauf..naja eher Auslauf- Schwierigkeiten hatten. Das Insulin ist nämlich regelmäßig AUF anstatt IN meiner Haut gelandet. Nachdem ich jetzt aber glücklicherweise keine defekten Chargen mehr hatten, möchte ich meinen kleinen Knubbel nicht mehr missen. Auch mein Hba1c hat es mir gedankt: Innerhalb von drei Monaten ist er von 8,4 auf 7,4 gesunken- YEY!:) Noch nicht perfekt aber doch ziemlich zufriedenstellend finde ich:)
Momentan warte ich darauf, dass der MDK auch zufrieden ist. Meine Tagebücher sind eingeschickt, das Schreiben des DiaDocs liegt bei... jetzt heißt es nur noch Warten und Hoffen!
Außerdem habe ich mich an der Leibniz Uni in Hannover für Sozialwissenschaften immatrikuliert. Es ist nicht das stark erhoffte Medizinstudium, trotzdem freue ich mich auf diesen neuen Lebensabschnitt und bin wirklich schon ein bisschen aufgeregt:) Ich bin jetzt offiziell Studentin- WOOP!
Auch die Gründung einer neuen FB-Gruppe für "junge" Diabetiker hat einen Teil meiner Zeit in Anspruch genommen. Hiermit sind alle "unter 30- Jährigen" Typ 1er herzlich eingeladen in unserer "Junge Typ 1 Diabetiker"- Gruppe vorbeizuschauen. Wir organisieren Regionaltreffen und keiner unserer mittlerweile schon knappen 500 Mitglieder beißt. Also immer reinmarschiert!:)
Über diese Gruppe habe ich auch ein paar wundervolle neue Freundschaften schließen können und nicht zuletzt etwas noch viel Schöneres erlebt: Ich habe mich neu verliebt. :)
Ihr seht also: Die letzte Zeit war unglaublich aufregend und ich habe kaum bemerkt, wie schnell die Zeit verfliegt. Ich hoffe es geht euch allen gut:)

Lieben Gruß von mir und dem momentan sehr zahmen Monster!

Sonntag, 13. Juli 2014

CampD 2014!

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Pünktlich zum Donnerstagmittag lachte die Sonne mir ins Gesicht, als ich mit Rucksack, Isomatte und Schlafsack bepackt in Richtung Bad Segeberg aufgebrochen bin. Am Bahnhof meiner Heimatstadt habe ich gleich Christoph und Julia getroffen, mit denen ich letztendlich auch in einer Gruppe war.
Auf dem Weg zum Landestunierplatz haben wir schon einige andere CampDler getroffen, gequatscht und uns über das grandiose Wetter gefreut.
Mein Bus kam mit etwas Verspätung am Platz an- wir hatten auf einen Zug gewartet... Der dann doch nicht kam. Wie auch immer, um 17.30 Uhr kamen wir alle wohlbehalten am Zeltplatz an. Von der (supertollen!) Orga wurden wir direkt mit Infomaterial und CampD-Rucksack ausgestattet, dann bezogen wir unsere Zelte. Nachdem unsere Gruppe mit Christoph und mir dann auch endlich vollzählig war, lernten wir uns fix kennen und liefen direkt zum Essen.
Ich war überrascht, wie unglaublich groß der Platz war, wie viele Zelte in perfekten Reihen überall standen und wie sinnvoll die Getränkestationen und Loungezelte verteilt waren. So richtig fiel mir die Kinnlade dann allerdings im Hauptzelt runter.
Ich konnte nicht fassen, wie RIESIG es war! Und so viele Dias tummelten sich auf und zwischen den Tischreihen. WOW!
Wir stürmten direkt das Buffet. Das Essen war insgesamt echt gut. Es war immer frisch, wurde schnell nachgefüllt, es hat super geschmeckt, es gab eine gute Auswahl und war sogar hübsch angerichtet (das Auge ist ja bekanntlich mit;)). Vor allem die Kühlschränke, die auf dem Gelände standen, zogen mich immer wieder an- Balisto, selbstgemachte Sandwiches, Joghurt und Pudding. Wann und so viel man wollte... Verhungern konnte definitiv niemand!
Die Begrüßungsrede stimmte uns dann alle richtig auf die kommenden Tage ein:)
Meine Gruppe traf sich anschließend noch mal- An dieser Stelle Danke an unsere "Betreuer" (Besonders Daggi!), ihr wart super! (Ohne ätzende Kennenlernspielchen) lernten wir uns dann gemütlich im Loungezelt kennen und verbrachten auch die restlichen Stunden des ersten Abends miteinander. Nach (wahnsinnig guter) Akustikmusik im Loungezelt scheuchte Daggi uns dann ins Zelt- natürlich nicht, ohne vorher noch eine Runde Gruppenmessen zu fordern;)
Am nächsten Morgen startete nach der ersten (kurzen und kalten) Nacht der Workshoptag. Teilweise hätte ich mir gewünscht, dass mehr zum eigentlichen Thema erzählt wird, wie z.B. in "Travel Sweet and Safe"- dort wurde kaum etwas über das Reisen mit Diabetes(equiment) berichtet, sondern hauptsächlich, wie man mit Alkohol umgehen soll. Beim Workshop "Mit Diabetes im Straßenverkehr und im Beruf: Die Zukunft gehört mir!" wurden meine Fragen allerdings super beantwortet und auch "Sport mit Diabetes" fand ich sehr interessant.
Zwischen den Workshops und danach entspannten wir in den Loungezelten, quatschten über unsere(n) Blutzucker, Messgeräte, Pumpen und anderen (nicht diabetischen) Kram, machten einen Spaziergang am See oder futterten Balisto (natürlich nur, um der Hypo entgegenzuwirken *hust*)...
Ich hab begeistert von meinem Pod erzählt und mir natürlich prompt einen frisch gesetzten rausgerissen- das erste Mal! Als ich ihn dann vollständig abgemacht habe, um einen Neuen zu setzen, strömte das Blut nur so heraus. Gleich ein Grund, mich umzuziehen!
Für die lange Hose war ich dann nämlich wirklich dankbar, als meine gesamte Gruppe abends um 19 Uhr vorm Orgabüro wartete, um zu den Karl May Festspielen aufzubrechen. Nach einem halbstündigen Spaziergang besetzten etwa 200 (oder mehr? Ich bin so schlecht im schätzen:/) plus Betreuer und Organisatoren viele Ränge der Freilichtbühne. Es waren meine ersten Festspiele und ich war verzaubert. Die Schauspieler waren toll, es war niedlich inszeniert und wir haben viel gelacht:) Der Marsch zurück hat uns dann auch alle wieder ordentlich aufgewärmt;)
Am nächsten Tag ging es dann sportlich zu!
Wir konnten uns schon am Freitag für einige Sportarten in Listen einschreiben, andere Kurse konnte man ohne Anmeldung besuchen. Ich probierte mich im SUP (Stand-Up-Paddling), im Bossaball und Kickboxen-letzteres musste ich leider wegen einem zu niedrigen BZ abbrechen. Das Paddeln auf den Boards im See hat richtig Spaß gemacht und ich bin nicht mal reingefallen! :D Anja hat uns beim Kickboxen dann richtig gefordert und auch das Spielen auf dem gigantischen Hüpfburgvolleyballspielfelddingens vom Bossaball war echt anstrengend aber einfach lustig.
Den Tag über konnte ich auch die neue Insulinpumpe von Roche, die Accu Chek Insight probetragen. Ich nahm das Angebot dankend an- schließlich kann ich nicht behaupten, keine Schlauchpumpen zu mögen, wenn ich nie eine getragen habe! Nunja.. Ich habe festegestellt: Ich bleibe bei meiner kleinen Zecke. Der Schlauch und das Gewicht der Pumpe haben mich leider total gestört, auch wenn ich verschiedene Tragestellen ausprobiert habe. Ansonsten ist es eine tolle Pumpe, die mit Touchscreen und Farbdisplay aufwarten kann. Für alle Patchpumpenliebhaber eine gute Nachricht: Wie die Roche-Vertreterin mir mitteilte kommt die "Solo 4 You"- Pumpe endlich 2016 auf den Markt:)
Am Abend spielte die Band Go Go Berlin in einer nahegelegen Tennishalle.
 Für diejenigen, die Rock mögen war es sicher toll- mein Geschmack war es leider nicht. Außerdem krachte mein BZ in den Keller und so gönnte ich mir einen Joghurt im großen Zelt. Die Band Erin probte mit ihrer Workshopgruppe und wir konnten einen kleinen Vorgeschmack auf den finalen Auftritt bekommen:)
Ab 22:00 Uhr wurde das WM-Spiel "Brasilien-Niederlande" übertragen. Leider fanden wir keinen Platz mehr im Zelt und der Sporttag forderte ihren Tribut, sodass wir uns noch mit einem heißen Tee, bzw. Kaffee im Hauptzelt aufwärmten und dann früher als sonst auf die Isomatten fielen.
Zack, schon war der dritte Tag vorbei!
Heute Morgen stellte ich dann erstaunt fest, dass es in der Nacht geregnet hatte und ich war doppelt dankbar für das geniale Wetter der vergangenen Tage. Die Sonne war einfach perfekt!
Ein letztes leckeres Frühstück, dann bauten wir die Zelte ab und verstauten unser Gepäck in einem der Workshopzelte. Für meine Gruppe und mich ging es dann noch an den Start zum Fackelstaffellauf. Uns wurde die Ehre zuteil, den 62-Stunden-Lauf, an dem überwiegend Diabetiker teilgenommen haben, mit dem Überreichen des Stabs um 11 Uhr zu Beenden. Für die Initiatorin des Camps gab es Standing Ovations und auch für die vielen Organisatoren, Sportler, Betreuer, das Catering und die vielen vielen Helfer Drumherum gab es tosenden Applaus. Zu Recht! Diese vier Tage waren einfach der Wahnsinn! Das Essen, die 24h bereitstehenden Notärzte, die Organisation, die sauberen Toiletten und die heißen Duschen- es war einfach rundum perfekt!
Schließlich spielte die Band Erin mit der Workshopgruppe die CampD Hymne "Changing Diabetes"- dazu wurde ein Impressionenfilm von den vier Camp-Tagen gezeigt: Gänsehautfeeling!:)
Auch die beiden Kurzfilme, die unter der Leitung von Matthias Steiner als Aufklärungskampagne gedreht wurden, fanden Begeisterung.
Dann ging es für uns alle in zu den Bahnen und Flugzeugen- natürlich nicht ohne Lunchpaket;)
Abschließend kann ich nur eins sagen: DANKE! Danke für diese unvergesslichen Tage, die fantastischen Leute, die super gute Organisation, für die vielen Infos und den Spaß.
Danke an Novo Nordisk und Roche Diagnostics, die das Camp mit möglich gemacht haben (und das zu einem so geringen Eigenanteil).
Ich werde nächstes Mal definitiv wieder dabei sein. Ich hoffe, wir sehen uns wieder!:)
Bis dahin,
Eure Caro

Donnerstag, 3. Juli 2014

Stress(-bewältigung), Laufen, Monsteralarm!

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Hi ihr Lieben:)
Ich hab mich länger nicht gemeldet, deshalb hole ich das jetzt mal nach.
Die letzte Woche war psychisch und physisch recht stressig- was sich auch auf meinen BZ niedergeschlagen hat. Ich habe mir noch nie so oft wie in dieser Woche Gedanken über die Kombination von Alkohol und Diabetes, über Folgeschäden und eine vermeintlich gute oder schlechte Einstellung gemacht.
Zwei sehr junge Menschen aus einer unserer Diabetes-Gruppen bei Facebook sind in der letzten Woche gestorben, bzw. als Pflegefall aus langer Zeit im Koma erwacht- bei mindestens einem Fall war Alkohol im Spiel.
Mir wurde immer wieder gesagt, man solle bei Alkohol aufpassen. Wie sehr sich auch nur geringe Mengen auf den Blutzucker auswirken können, war mir nie so bewusst. Ich habe immer (wenn auch reduziert) für alkoholische Mischgetränke und Bier gespritzt- allerdings beim Feiern gehen oft das Basal vergessen. Im Nachhinein war das vielleicht mein Glück. Jetzt, mit meiner Pumpe, habe ich schon erlebt, wie sehr Alkohol den Blutzucker senken kann und bin seit der furchtbaren Nachrichten noch vorsichtiger als sonst. Verzichte ich deswegen auf Alkohol? Nein. Ich werde weiterhin ab und zu etwas trinken- und ich finde, dass man sich das auch ruhig ab und zu gönnen kann. Allerdings trinke ich nie über den Durst, sodass ich immer vollkommen unter Kontrolle habe, was ich tue und bin nie alleine unterwegs, sondern stets mit Freunden, die wissen, was sie zu tun haben, wenn ich plötzlich wegtreten sollte. Im Zweifelsfall werden sie vorher noch einmal entsprechend instruiert: "Wenn ich irgendwo rumliege, dann denk nicht "ach, wir lassen sie ausnüchtern", sondern ruf den Notarzt!".
Momentan verstehen mein Monster und ich uns aber auch ganz gut. Bis auf einen halben Tag (+ Nacht), bei dem ein Pod sich geweigert hat, das Insulin auch richtig abzugeben, sind meine Werte recht stabil. Dass ich jetzt 3-4 Mal in der Woche joggen gehe tut also nicht nur meinen Werten, sondern auch mir ganz gut. Ich fühle mich fitter und bin zufriedener mit mir selbst, wenn ich mein gestecktes Ziel wieder erreichen konnte. Mit einer für eine halbe Stunde gesenkten Basalrate um 10% fahre ich bis jetzt ganz gut- allerdings laufe ich auch nur jeweils 15 Minuten.
Zur Stressbewältigung habe ich mir außerdem noch etwas Neues gesucht: Pimp-my-old-Shirts.
Im Klartext: Ich hab mir Textilfarbe gekauft und alte und neu gekaufte Tshirts nach meinen Vorstellungen umgestaltet.
Natürlich durfte da auch ein dem Monster gewidmetes Tshirt nicht fehlen;)
Meine unglaublich begabte Schwägerin Angi hat mir mein Monster aufs Papier gebracht. Es ist ein für mich perfektes Ergebnis geworden... und das trotz meiner lausigen Anweisung: "Irgendwas Niedliches mit dem Diabetessymbol (blauer Kreis) als Körper und irgendwo soll ein "HI" (für hohe Werte) stehen und es soll irgendwie diabetesmäßig sein". Noch mal ein großes Dankeschön für dein kleines Kunstwerk:) Ich hoffe, dass ich die Monster nicht allzu sehr verunstaltet habe beim Abzeichnen auf das Shirt...
Mein Tshirt trägt übrigens den Schriftzug "Taming the Monster since 2011", also "Ich zähme das Monster seit 2011". Wer meinen Blog auch nur grob überflogen hat und weiß, dass ich Diabetiker bin, wird es verstehen;) Alle anderen werden sich fragen, was das zu bedeuten hat- tja, so bleibt man interessant!:D
Anfang dieser Woche kam auch endlich eine E-Mail von CampD mit Packliste, Verhaltensregeln und allgemeinen Infos. Heute in einer Woche geht's los und ich freu mich schon total:)
Lieben Gruß aus meiner sonnigen Heimat
Caro&Monster

Mittwoch, 25. Juni 2014

Joggen, Basalratentest, Hypo, Hunger

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In den letzten Tagen war ich endlich mal richtig fleißig:)
Es geht mir so gut wie schon lange nicht mehr. Morgen habe ich meinen letzten Arbeitstag, mein Monster hat sich zu einem schnurrenden Ball zusammengerollt und ich ziehe endlich mal etwas durch: Sport;)
Nachdem ich dieses Jahr (wie auch schon letztes Jahr) wieder die zahlreichen Blogeinträge über den "Lauf zwischen den Meeren" gelesen habe, dachte ich mir: Nächstes Jahr bist du dabei!
Deshalb habe ich mir vergangenen Freitag meine ersten richtig guten Laufschuhe gekauft. In knall-pink/orange machen sie allein schon durch ihr Aussehen Lust aufs Laufen!
Auch ein Bauchgurt musste sein. BZ-Messgerät, Traubenzucker und mein Handy passen gut rein und er rutscht oder wackelt beim Laufen kaum.
Seitdem ich die neuen Schuhe habe, bin ich alle zwei Tage jeweils etwas über 1,5 km gelaufen. Ja, ich weiß: Das ist verdammt wenig, aber ich fange quasi bei null an. Ich will mich langsam steigern, bis ich mein Ziel für nächstes Jahr locker flockig erreichen kann: 10 km in unter 1 Stunde.
Um meine Motivation oben zu halten, habe ich gleich meinen Papa mit eingespannt und wir versuchen jetzt, regelmäßig zusammen joggen zu gehen. Er ist nämlich genauso unfit wie ich;)
Außerdem hab ich mich schon bei Basti gemeldet, der dieses Jahr mit für die Organisation des LZDM verantwortlich war, um schon mal Bescheid zu sagen, dass ich nächstes Jahr unbedingt dabei sein will.
Meinen Werten bekommt der Sport sehr gut. Nach einer viertel Stunde joggen ist mein BZ bisher immer um 20-40 mg/dl gefallen. Da muss ich noch ein bisschen rumprobieren. Gestern sind meine Beine schon auf der Hälfte der Strecke ziemlich schlapp geworden und ich habe Krämpfe in den Waden gekriegt. Ein Blick auf meinen BZ hat mir schnell den Grund gezeigt: Von 139 mg/dl auf 72 mg/dl innerhalb von 20 Minuten... Nächstes Mal gibt es definitiv vorher eine Sport-BE oder mein Monster wird ein bisschen auf Insulinentzug gesetzt, indem ich die Basalrate runterschraube.
Da mein Diabetologe (zu Recht) einen vollständigen Basalratentest gefordert hat, bin ich auch hier fleißig an der Arbeit.
Die ersten beiden Abschnitte (von 6-12 Uhr und von 11-17 Uhr) habe ich erfolgreich hinter mir und mit den Ergebnissen bin ich mehr als zufrieden. Vormittags blieb der BZ konstant bei 80 mg/dl, Mittags dann im 130er Bereich.
Da man ja 12 Stunden vorher keinen Sport gemacht haben soll, schiebe ich den verbleibenden Testabschnitt zwischen die Lauftage- also bin ich heute wieder am hungern, wenn ich mein Abendessen ausfallen lasse (Immerhin spar ich Kalorien;) ).
Gestern Morgen musste ich dann ungeplant meinen Pod nach 2 Tagen Tragedauer umsetzen. Ich hatte ihn durch die positiven Erfahrungen anderer Mädels aus der Omnipoddies&Friends- FB Gruppe mal unters Schlüsselbein gesetzt. Von der Tragestelle an sich war ich begeistert, allerdings schossen meine Werte in die Höhe und nach dem zweiten morgendlich hohen Nüchternwert fiel die Zecke meiner (inzwischen vorhandenen) BZ-Kontroll-Perfektions-Wut zum Opfer.
Ende dieser Woche, bzw. Anfang nächster Woche kommen dann auch endlich alle Unterlagen vom CampD:))
Ich freu mich wahnsinnig aufs Camp und bin gespannt auf.. einfach Alles!

Lieben Gruß
Eure hungernde Caro

Donnerstag, 19. Juni 2014

Erster Basalratentest

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Gestern hatte ich einen Termin beim DiaDoc-und hab prompt einen auf den Deckel bekommen, weil ich nach zwei Monaten Podbenutzung noch immer keinen Basalratentest gemacht habe... seufz. Na gut. Fasten. Das heißt: NICHTS ESSEN-waaaaaah!
Aber es ist ja nun mal für eine gute Einstellung nötig, also hab ich mir fix erklären lassen wie das ganze funktioniert und mir den ersten Test für heute vorgenommen.
Im Internet hab ich noch mal genauer geschaut. Meine Güte gibt es viel zu beachten!
Letzte Mahlzeit muss mindestens vier, maximal jedoch 12 Stunden zurückliegen, bei einer Hypo oder viel zu hohen Werten muss abgebrochen werden, 12 Stunden vorher weder Sport noch Alkohol oder eine Hypo. Alles klar-kann losgehen.
Gestern um 23 Uhr noch mal was gegessen (um die 12 h einzuhalten), dann fing das stündliche Messen für den ersten Abschnitt des Tests heute morgen um 6 Uhr an.
Dann jede Stunde auf der Arbeit... Ich liefere essen aus. E-S-S-E-N. Ja, ich hatte Hunger-und ja...es war auszuhalten;)
Meine Werte verliefern an der unteren Grenze-das ist aber okay. Denn ab übernächster Woche arbeite ich nicht mehr in dem Job und werde morgens wieder länger schlafen und weniger aktiv sein- mein Insulinverbrauch wird also deutlich sinken.
Um 9 Uhr war ich in einer leichten Hypo: 70mg/dl ließen mich zweifeln, ob ich nicht liebet abbrechen sollte...Aber noch mal so lange auf Frühstück verzichten? Neeee. Also hab ich ihn weiter durchgezogen. Das Resultat:
153-119-83-70-79-81-80
Kann sich doch sehen lassen, oder?:)
Morgen lasse ich dann das Mittagessen ausfallen, nächste Woche folgen die letzten beiden Abschnitte.
Wie oft macht ihr einen BR-Test? Und ab welchen Werten brecht ihr ab?

Zur Feier des Tages habe ich meine Pods ein bisschen verziert und dabei mein Monster verbildlicht (nein, nicht mein Entwurf sondern abgekupfert:/-aber als so ein kleines knuffiges Ding stelle ich mir Yammi vor):)
Ich wünsche euch schon mal ein schönes Wochenende-lasst es euch und euren Monstern gutgehen!
Eure Caro

Sonntag, 15. Juni 2014

Festival mit Pumpe!

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Hallo ihr lieben:)
Gestern war ich auf dem Holi Farbrausch Festival in Hannover. Ihr wisst schon: Dieses Festival, bei dem man sich mit Farbpulver beschmeißt und den ganzen Tag tanzt;)
Mit alten Klamotten, Mundschutz und Sonnenbrille im Gepäck fuhr ich mit Freunden um 12 Uhr aus meiner Heimatstadt los, sodass wir um kurz vor 13 Uhr am Festivalgelände ankamen.
Da die Farbe dieses Jahr wohl extrem schlecht aus den Klamotten rausgehen sollte, hatte ich ein bisschen Angst um meinen "Zuckerkram" (sprich Messgerät und Pumpe).
Den Pod hatte ich am Tag davor extra an den Bauch gelegt, ein Top unter meinem weißen T-Shirt in die Hose gesteckt, damit so wenig von dem feinen gefärbten Maismehl wie möglich in Kontakt mit meiner externen Bauchspeicheldrüse kommen würde.
PDM, Teststreifen und Stechhilfe habe ich in einen Zipperbeutel verfrachtet, um alles so gut wie möglich zu schützen. Mein Diabetikerausweis, meine Hypoverpflegung in Form von Saft und Müsliriegel fanden dann auch noch in meiner Tasche Platz- übrigens habe ich den quietschorangefarbenen Rucksack von Mediq-Direct benutzt, den die Beraterin mir bei der Pumpenschulung mitgebracht hatte...Wofür Dia-Kram alles gut sein kann...;)
Bevor wir auf das Gelände gegangen sind noch mal schnell BZ gemessen: 139 mg/dl. Top Wert um in einen Tanz-Tag zu starten! Ich hab trotzdem noch ein Brötchen gegessen und nur die Hälfte dafür gebolt, dann ging es los zu Einlasskontrolle.
Ich hab in der FB-Gruppe ja schon so einige Horror-Geschichten gehört, dass Diabetikern gar der Einlass verweigert wurde, weil sie ihren Pen oder Hypo-Helfer auf das Gelände mitnehmen wollten.
Zum Glück war das gar kein Problem. Bei der Taschenkontrolle habe ich sofort gesagt, dass ich eine Flasche Saft dabei habe, weil ich Diabetiker bin und ich das gegen den Unterzucker brauche. Das Mädchen hat freundlich gefragt, ob ich auch einen Ausweis dabei hätte und als ich ihn endlich aus den Untiefen meiner Tasche gefischt hatte, meinte sie dass ich ihn nicht aus der Plastiktüte holen müsse und hat mich durchgewunken:)
Um 15 Uhr ging es dann auch richtig los mit der Musik, dem ersten Farben-Werfen-Countdown und viel Getanze, Rumgehüpfe- und gestehe. Ich war froh, meinen Kram sicher in undurchlässige Tüten verpackt zu haben, denn das Pulver kroch wirklich überall hin. Nach einer Stunde Tanzen habe ich ohne Messen einen Müsliriegel gefuttert und nach fünf Stunden waren wir schon so platt, dass wir uns langsam auf den Rückweg gemacht haben. Zum Glück: Sobald wir am Auto waren hat es angefangen zu schütten wie aus Eimern!
Ich hab mir die Finger mit meinem Desinfektionsspray zum Messen sauber gemacht und siehe da: Nach einem Tag Festival hatte ich einen Traumwert von 96 mg/dl! Woop!:))
Zur Belohnung gab es dann "Abendessen" bei McDonald's und Abends Knabberkram zur WM. Gut, das hat dann wieder gar nicht funktioniert: Über den Abend hatte ich dann nur noch Werte im 250er Bereich... Aber wenigstens bin ich heute morgen mit einer glatten 80 aufgestanden;)
Gummibärchen, Chips und Schokolade zu berechnen missglückt mir leider eh häufig- wie macht ihr das bei einem gemütlichen Fußballabend? Wie spritzt ihr für das ständige Knabbern?
Ich wünsche euch allen einen schönen Rest-Sonntag und viel Spaß bei dem (natürlich grandiosen) Deutschland-Spiel morgen!:)
Liebe Grüße
Caro(& ein recht braver Yammi)

Donnerstag, 12. Juni 2014

"Einen neuen Pankreas, bitte!"

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Hach, seit einer Woche suhle ich mich in Selbstmitleid.
Wie ihr wisst, trage ich den Pod seit Anfang Mai Probe und bin immer noch begeistert von meiner Zecke. Sie hat sich im Alltag mehr als bewährt und wenn ich ab und zu doch noch mal zum Pen greife, um größere Mengen Insulin gesplittet abzugeben dann graut es mir vor dem Stich mit der Nadel und ich bin froh, dass es eine absolute Ausnahme geworden ist-dabei war ich eigentlich nie zimperlich.
Mittlerweile habe ich meine Pumpe auch richtig kennengelernt: Signaltöne, "unerklärlich" hohe Werte, gute Tragestellen, Zusatzfixierung- was mich am Anfang fast irre gemacht hat, ist jetzt kein Problem mehr.
Doch grade weil ich meinen kleinen Kumpel so kennen-und lieben gelernt habe, drehe ich bei dem Gedanken an meinen nächsten DiaDoc-Termin vollkommen durch! Meine Werte haben sich allgemein zwar verbessert, allerdings nicht sehr stark (Durchschnittswert von 162 mg/dl). Jetzt mache ich mir am laufenden Band Sorgen, dass mir die Zecke wieder weggenommen wird-HORROR!Nachdem ich mich die gesamte letzte Woche ja durch den Magen-Darm-Virus mit Werten jenseits von Gut und Böse herumschlagen musste, lief es diese Woche nur bedingt besser.
Werte im Normbereich hatte ich kaum, dafür umso mehr Hypos und Hypers. *Seufz*- momentan stehen das Monster (ich habe es übrigens "Yammi" getauft- entweder giert es nach KH oder nach Insulin) und ich absolut auf Kriegsfuß.
Ich schätze mal, dass psychischer Stress und die Hitze alles so durcheinandergeworfen hat.
Was auch immer es ist/war... es nervt! Während einer kleinen Frust-Shopping-Aktion hätte ich am liebsten einen neuen Pankreas in den Einkaufswagen geschmissen :x
Natürlich kommt auch immer alles zusammen wenn etwas grade nicht ganz so läuft wie man es sich wünscht: Die Werte spinnen, die Unibewerbungen müssen zeitnah raus und meinen Job habe ich heute auch gekündigt. Letzteres wegen des Monsters. Während der täglichen vierstündigen Autofahrten bin ich dauernd hoffnungslos über-oder unterzuckert und (unverantwortlicherweise) trotzdem weitergefahren, um meinen Zeitplan einzuhalten. Natürlich ist meine Konzentration durch die Schwankungen dann vollkommen im Eimer und ich komme nach der Arbeit total erschöpft nach Hause, kaum fähig, noch etwas anderes zu tun.
Im letzten Monat Probetragen will ich mich also noch mal voll und ganz auf die Zecke, meine Werte und einen zufriedenen Yammi kümmern- und hoffe, dass es dann auch mit der Bewilligung klappt.
Eine Riesenhilfe ist mir übrigens die mySugr-App. Endlich schaffe ich es, Tagebuch zu führen und die Analysen erleichtern es mir wahnsinnig, Schwankungen zu verstehen und beim nächsten Mal zu verhindern. Wer sie noch nicht getestet hat: unbedingt ausprobieren! In schönem, einfachen und selbsterklärendem Design mit sinnvollen Funktionen ist sie mein absoluter Tagebuch-Favorit...So macht dokumentieren wirklich Spaß. Großes Lob und ein riesen DANKESCHÖN an das Companion-Team!
So und jetzt mal genug im Selbstmitleid gewälzt. (Noch) kann ich keinen Pankreas per Mausklick bestellen und niemand nimmt mir meine Frust-Faulheit ab. Also ran an den Speck BZ- jetzt wird dem Monster erst mal kräftig die Meinung gegeigt. Wir sind zwar sonst ganz gute "Freunde"...aber irgendwann reicht's auch mal!
Habt ihr Motivationstipps? Wie tretet ihr euch und eurem Monster in den Hintern wenn gar nichts läuft?
Lieben Gruß
Eure Caro